Charta zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege unterzeichnet

„Unser Beitritt zur Charta verstärkt unsere ohnehin schon pflegesensible Unternehmenskultur“, so Andreas Bierod, Geschäftsführer der Caritas-SkF-Essen und der Gesundheit für Essen gGmbH. „Wir übernehmen Verantwortung für unsere Mitarbeitenden, indem wir sie unterstützen und Arbeitskraft, Motivation und Gesundheit sichern – eine Win-Win-Situation, gerade in Zeiten des Fachkräftemangels.“
Essen, 27. Januar 2026 – Mit der Ausbildung von betrieblichen Pflegeguides schaffen die Caritas-SkF Essen gGmbH, der Sozialdienst katholischer Frauen Essen-Mitte e.V. (SkF) und der Caritasverband für die Stadt Essen e.V. sowie die Gesundheit für Essen gGmbH eine zentrale Anlaufstelle für Mitarbeitende, die neben ihrer beruflichen Tätigkeit Angehörige pflegen. Die Guides beraten ab sofort Mitarbeitende zu gesetzlichen Ansprüchen, Entlastungsangeboten und internen Unterstützungsmaßnahmen.
Starke Strukturen für Pflegende und Pflegebedürftige
Immer mehr Menschen sind in Deutschland im Zuge der alternden Gesellschaft von Pflegebedürftigkeit betroffen. Im Dezember 2023 waren es 5,69 Millionen Pflegebedürftige, Tendenz steigend. 86 Prozent davon wurden zu Hause versorgt.[1] Viele Hauptpflegepersonen reduzieren ihre Arbeitszeit oder geben den Beruf auf. „Die demografische Entwicklung stellt unsere Gesellschaft vor enorme Herausforderungen – gerade in der Pflege. Als Caritas sehen wir es als unsere Verantwortung, nicht nur die Mitarbeitenden zu stärken, sondern auch tragfähige Strukturen und Angebote für die Zukunft zu schaffen. Pflegeguides sind dabei ein wichtiger Baustein: Sie geben Orientierung, entlasten und zeigen, dass wir gemeinsam Lösungen finden können“, so Caritasdirektor Björn Enno Hermans.
Marina Vukoman, Koordinatorin des Zentrums 60plus und der Telefonaktion Herz am Telefon des Caritasverbands für die Stadt Essen hat die Fortbildung zum angehenden Pflegeguide bereits absolviert. „Durch meine Arbeit habe ich viele Berührungspunkte zum Thema Pflege und Sorgearbeit. Da war es für mich naheliegend, mich als Pflegeguide qualifizieren zu lassen, um auch meine Kolleginnen und Kollegen in dieser herausfordernden Lebenssituation zu begleiten.“
Pflege ist weiblich – auch in den eigenen vier Wänden
Wie auch bei der Kinderbetreuung sind es vor allem Frauen, die informelle Pflege leisten und dafür ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen oder zurückstellen.[2] „Für uns ist der Beitritt zur Charta und die Ausbildung von Pflegeguides ein klares Signal: Indem wir Strukturen schaffen, die Vereinbarkeit ermöglichen und die berufliche Entwicklung sichern, wollen wir Frauen eine berufliche Perspektive geben“, so Heike Adrian, SkF-Vorständin.
Begleitung und Empowerment durch betriebliche Pflegeguides
Pflegeguides sind erste Ansprechpartner:innen für Kolleginnen und Kollegen, die Pflegeaufgaben übernehmen. Die speziell geschulten Mitarbeiter:innen beraten und informieren über gesetzliche Ansprüche – wie zum Beispiel Pflegezeit oder Familienpflegezeit –, betriebliche Regelungen und Unterstützungsangebote. Sie vermitteln Kontakte zu Beratungsstellen und Pflegediensten und sensibilisieren Führungskräfte und Teams für die Herausforderungen pflegender Angehöriger. „Mir ist wichtig, dass Kolleginnen und Kollegen wissen: Sie sind mit der Herausforderung Pflege nicht allein. Als Pflegeguide möchte ich Orientierung geben, Wege aufzeigen und dabei helfen, Beruf und Pflege besser miteinander zu vereinbaren“, so Michaela Lukas, Referentin Offene Seniorenarbeit beim Caritasverband für Stadt Essen und angehender Pflegeguide.
Charta zur Vereinbarkeit Beruf und Pflege
Mit der Charta zur „Vereinbarkeit von Beruf und Pflege“ zeichnet das Land Nordrhein-Westfalen Unternehmen, Behörden und Organisationen aus, die sich besonders für die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in ihrem Betrieb einzusetzen und damit einen Beitrag zur Fachkräftesicherung zu leisten. Die Charta ist Teil des Landesprogramms zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege.
[1] Statistisches Bundesamt - Demografischer Wandel und Pflege, abgerufen am: 13.11.2025
[2] Johannes Geyer et al. (2023): Long-term Care in Germany. NBER Working Paper No. 31870 (online verfügbar unter Long-term Care in Germany | NBER, abgerufen am 13.11.2025).