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Besuch aus Japan am essenerBabyfenster

Informationen rund um das Babyfenster

22. Mai 2024 SkF Allgemein
Links Barbara Frede, Mitte Schild Babyfenster, rechts Ryuji Takeshima

Mitte Mai besuchte Ryuji Takeshima aus der südjapanischen Stadt Sakurai das essenerBabyfenster. Herr Takeshima ist Mitglied des Managements eines Kinderheimes. Der Psychologe betreibt international vergleichende Studien zur Begleitung von Kindern außerhalb ihrer Familien in Europa und Nordamerika. Auf seiner Route von Dänemark in die Niederlande, Schottland und die USA machte er Station in Essen und Neuss, um sich über das Jugendhilfesystem in Deutschland, speziell in Nordrhein-Westfalen, zu informieren.

Sein Augenmerk lag dabei auf dem Betrieb eines Babyfensters, so fiel seine Wahl auf den Standort Essen. Takeshima zeigte sich bei einer Führung durch das Gelände des Elisabeth-Krankenhauses und auf der Neonatologie tief beeindruckt. Dr. Dariusz Michna, Chefarzt der Neonatologie am Elisabeth-Krankenhaus, führte den Gast durch die Räumlichkeiten und erläuterte die medizinischen Abläufe und Funktionen bei Abgabe eines Kindes im Babyfenster. 

Derzeit arbeitet das Krankenhaus San-ikukai in Tokyo daran, in diesem Jahr eine Babyklappe anbieten zu können, damit Eltern, die Probleme haben, ihre Babys anonym abgeben können. Gleichzeitig hofft die Einrichtung auch, im nächsten Jahr ein System einführen zu können, dass es Frauen ermöglicht, vertraulich zu entbinden. Das Babyfenster in Tokyo wäre damit  die zweite medizinische Einrichtung in Japan, die eine Babyklappe anbietet. Im Mai 2007 hat das Jikei Hospital in der Stadt Kumamoto bereits die erste Klappe in Japan eingeführt, es ist auch die erste medizinische Einrichtung in Japan, die vertrauliche Geburten anbietet. Bis Ende März 2023 wurden 170 Babys im Jikeo Hostpital durch die Babyklappe abgegeben und 14 anonyme Geburten durchgeführt. Nach der Aufnahme der Babys wird das San-ikukai mit Kinderberatungsstellen und der Polizei zusammenarbeiten, um ein neues Zuhause für die Kinder und Pflegeeltern für sie zu finden.

Auch anonyme Geburten sollen möglich werden. Im Rahmen des Systems der vertraulichen Geburt wird nur das Krankenhaus die Namen, Adressen und Geburtsdaten der Mütter kennen. Kindern, die so zur Welt gekommen sind, sollen, wenn sie 16 geworden sind, die Möglichkeit haben, den Namen ihrer Eltern zu erfahren. Der Plan wird nun der Präfekturverwaltung von Tokyo und des Bezirks Sumida erläutert, da beide Verwaltungen zustimmen müssen. Neben der Babyklappe und der Möglichkeit zur anonymen Geburt plant die medizinische Einrichtung außerdem, ein Beratungssystem für Schwangerschaft und Geburt aufzubauen.

In Tokio und Kumamoto etablieren sich damit langsam Strukturen, die in Essen bereits lange Tradition haben. Wir freuen uns über die Anerkennung aus dem Ausland und sind stolz, Teil des neuen Netzwerkes zu sein, das Herr Takeshima knüpft. 



Sozialdienst katholischer Frauen 
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Dammannstraße 32 – 38
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